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Update: 24.04.2012

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In das Internet
am
24.Februar 2003

RADSPORT BDR - BEZIRK TRIER

Ein einmaliges Erlebnis!

Unsere ÖTZIS 2010

DER ÖTZTALER

HÖHENPROFIL

ANFAHRT:   Am Freitag den 23.August mit dem “SCHWALBE - BUS”.

PENSION “EBERHARD”. Zimmer, Frühstück u. Freundlichkeit “TIP TOPP”                                                     Familie Kneisel, Tel.: 0043 - 05254 - 23 14     

    Samstag: Zuerstmal durch den Ort gestreift, sehr sauber, ein Hotel an dem anderen.                              Fehlende Kleinigkeiten gekauft, dann zur “Startpaket - Ausgabe! Riesige Halle, davor der Ausstellungswagen der Fa. PINARELLO mit den neuesten Rennrad - Kreationen, vom Feinsten zu entsprechenden Preisen!

In der Halle, diverse Räder- und Zubehör Hersteller, entsprechendes sportliches Ambiente, Super - Atmosphäre!

Startnummern-Ausgabe aufgegliedert, das Ganze klappt reibungslos. Sogar die gewünschte Trikotgrösse kein Problem. Das TRIKOT eine WUCHT, einfach toll!!!                

Nach dem Kaffee dann 1 Stunde radfahren, der Körper soll nach 3 Ruhetagen wissen, es kommt was richtiges auf mich zu!!!

Abendessen,na was denn, natürlich “PASTA” und ein Gläschen “ROSÉ”! Gemütliche Pizzeria, freundliche  Bedienung, alles OK!

Danach dann in die Halle! Riesige STARTLISTE, endlos gedruckt, 2.576 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. WAU!

Auch hier Essen-Angebot und natürlich diverse Getränke, leider kein Wein!  Einradfahrer auf einer  ca. 3,5m hohen Maschine bietet uns hochwertige Artistik!

Ein Künstler malt in 20 Minuten das “OTZTAL - RADMARATHON - TRIKOT 2003” einem hübschen Mädchen auf den nackten Körper! Eine SHOW besonderer Art. Könnt Euch schon auf 2003 freuen, das Trikot ist wieder SPITZE!!!                               

                                                                 Dann ab in`s Bett!

               Sonntag der 25.August 2002, der Tag der Wahrheit!!!

Der Wecker rappelt um 4:30 Uhr, ausgiebiges Radler-Frühstück um 5:00 Uhr. Das Wetter ok, Sonnenschein pur aber ganz schön frisch. Also lange Hose und Winter-Handschuhe anziehen!

6.00 Uhr raus an den Start, sehr einfach da direkt vor dem Hotel. Nun der Schnellste bin ich nicht, also will ich wie in Steinach ganz nach hinten gehen. Gedacht getan, geht auch gut trotz der vielen Starter   ist keinerlei Hektik da! Von hinten kommen allerdings noch einige Hundert, so bin ich ungewollt mitten drin!

6:30 der Start, 2.576 Sportlerinnen und Sportler setzen sich langsam aber sicher in Bewegung. Klappt reibunglos, immer noch etwas Lampenfieber aber ein tolles Gefühl! Bis Oetz geht`s fast ständig bergab, rolle mit einer Grube problemlos und flott. Meinen Freund Peter Fissler habe ich schon nach dem Start aus den Augen verloren, er ist wohl wieder ganz schön schnell! Von den anderen Sportfreunden aus dem Raum Trier habe ich auch keinen mehr gesehen, sind halt alle schneller als ich!

Oetz erreicht, in der Kurve zum KÜHTAI grosses Ausziehen, hunderte sind damit beschäftigt. Dann auf in den Pass, nur ruhig der ist lang, rollt aber ganz gut. Passiere die Stelle an der ich in 2001 am Ende war, kein grossartiges Gefühl. Fahre in einer grossen Gruppe von Mountainbikern bis zur Labestation. Hier ist richtig was los, die Strasse zu. Platz, Platz rufend fahre ich durch, fühle mich so richtig gut. Durch die Fotostrecke, clever gemacht, fahren alle einzeln durch, weitergeht`s. Abfahrt nach Hainingen hinunter, wegen eines Brückeneinsturzes Streckenänderung nötig. Arno Peters hatte am Abend vorher ein wahres Horrorszenario über diese Streckenstück erzählt. Jede Menge Rollsplitt, kaputt lauter Schlaglöcher, sehr gefährliche Querrinnen! Mit den Querrillen das war schon schlimm, siehste zu spät kommen und dann rum`s! Ansonsten ging es, musst halt mit Kopf fahren!

Nächste Labestation in der Ebene vorbildlich, Verpflegung und Getränke, kein Wunsch bleibt offen, schnelle und vor allem freundliche Abfertigung.

Weiterfahrt zu zweit, wir wechseln uns ab. Mein Wechsel herje was ist denn nun los, 20 Mann fahren an mir vorbei, hänge mich drann und fahre in dieser Gruppe in flottem Tempo zum Brenner. Frau Fissler, Tochter und Schwiegersohn in Spe sehen mich vorbei flitzen und halten Ausschau nach Peter. Muss ihn wohl an der Labestation übersehen haben!

Durch den Stadtrand von Innsbruck in den Brenner. Rollt gut überhole viele, sehe auf einmal unseren Günter Lieser vor mir und fahre zu ihm. Er hat Magenkrämpfe, es geht ihm ersichtlich nicht gut! Nun helfen kann ich ihm nicht, drücke mein Bedauern aus, lege mich auf den Lenker und weitergeht`s

Nach 5 Stunden fahre ich durch Steinach. Mann bin ich gut unterwegs, noch 9 Stunden Zeit bis in das Ziel in Sölden. Ja, leichte Euphorie, rechne mir schon aus welche gute Zeit ich fahren werde! Am eigentlichen Passaufstieg Autos, Autos und nochmals Autos! Hier macht`s keinen Spass, nur eine enge Gasse bleibt für die vielen Radsportler. Einen von uns erwischt es hier, unser Hilmar Koch wird von einem Italiener abgeschossen, fliegt auf die Leitplanke, Rippenbruch! Aus der Traum. Die ganze Vorbereitung und die Kosten für die Katz, dazu noch die Schmerzen!

Vor der Passhöhe und der Labestation überholt mich eine Dame, athletisch gebaut, alle Achtung die bringt es! Später erfahre ich die Sportfreundin ist Frau Klaes aus Trier, ehemals Triathlon-Europa- und sogar Weltmeisterin! Nun daran kann ein alternder Cyclotourist natürlich nicht tippen. Nach der Labestation die italienische Grenze, totale Autokontrolle, daher also der Stau!

Der Jaufen-Pass fast 16 km lang. Letztes Jahr hatte ich hier nach 12 km einen Einbruch. Kann dir dieses Jahr nicht passieren, hast 10.500 km in den Beinen. Jede Menge km im Grundlagen-Ausdauerbereich vernünftig nach Polar-Pulsuhr trainiert, bist topfit! Mittlerweile ist es ganz schön heiss geworden, trinken nicht vergessen!

Fahre ruhig meinen Stiefel den Pass hinauf, Günter überholt mich. Nachsetzen, erster Gedanke, Junge bleib vernünftig, Günter ist eh stärker als du, also lass es! Tolle Leistung von Günter bei seinen miesen Magenproblemen so gut zu fahren, ist schon ein harter Bursche!

2 km vor der Passhöhe, der Teufel soll es holen ein Muskelkrampf im rechten Oberschenkel, runter vom Rad. Was nun du bist noch nicht einmal auf dem Jaufen,ich könnte heulen vor Wut und Enttäuschung, bin der Verzweifelung nahe! Rauf auf`s Rad, denkste geht nicht, fürchterliche Schmerzen. Was nun, wiedermal das Ötztal probiert und wieder gescheitert? Das kann nicht sein, quäle mich nur noch stehend fahrend bis zur Labestation! Ah sieh da, hier kannste dir massieren lassen, bin natürlich nicht der Einzige und muss entsprechend warten. Mein Freund Peter hat mich eingeholt!  “Komm fahr mit”! Ich kann nicht, lasse mich erstmal massieren! Auf dem Pass ist es ganz schön kühl. Wunderbar die warme Damenhand auf dem Oberschenkel, sehr angenehm die Massage! Leider unsonst, der Muskel spielt nicht mit, verlorene Zeit. Blick auf die Uhr, immer noch prima in der Zeit, also Aufgabe nein!

Der Ötztalmarathon ist gnadenlos, wäre ich ohne die Massage weitergefahren hätte ich noch die freie Fahrt abwärts nach St. Leonhard geniesen können. So hing ich mit stop and go zwischen den Autos, merde!!!

St. Leonhard im Tal, 36 Grad im Schatten. Brauche dringend Magnesium. Bekomme es tatsächlich von der Gattin eines mir nicht bekannten Sportkameraden, Danke! Frau Fissler und Familie fahren auf mich auf. Getränkeflaschen umgefüllt, hoffend es geht dann besser. Frau Fissler und Tochter machen mir Mut: “Du schaffst es”! Ich frage mich nur noch wie soll das denn gehen, schaue auf die Uhr, Zeit ist immer noch ok, also weiter. Rauf auf das Rad, einige hundert Meter fahren nur noch im Stehen möglich, Schmerzen, runter vom Rad!

Nach 10 km in einer Kurve sitzen die Kameraden, kaputt, warten auf den Bus. Am Fels ein grosses Transparent:     “ausgeträumt”!      Mich packt die Wut, also bin ich noch nicht am Ende, mache weiter!     Ein Offizieler sieht mein Elend und wundert sich, dass ich wieder auf`s Rad steige. Endlich das Gasthaus, eine Cola, schön kalt, wunderbar. Dann kommst du aus dem Wald, letztes Jahr war das ein Schock, die Wand mit den Serpentinen, du glaubst die geht in den Himmel, einfach schlimm anzusehen!

Endlich die Labestation, auch hier alles perfekt. Zu meiner Überraschung begrüsst mich hier ganz erfreut unser Hotelier Herr Kneisel. Zweifelnd fragt er mich: “Wollen Sie da noch hoch”? Meine Antwort,und wenn ich verrecke, lässt ihn ersichtlich an meinem Verstand zweifeln!!! Nun das tue ich auch!

Blick auf die Uhr, ich kann es immer noch schaffen. Weiter geht die Quälerei, erstaunlich was ich aushalte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Wusste garnicht, dass ich so hart gegen mich selbst sein kann! Bin aber nicht allein am Leiden, andere Kameraden sind noch kaputter als ich. Schuhe aus, gehen nur noch zu Fuss, fahren nicht mehr machbar! Sie tun mir leid, geben mir aber auch neuen Ansporn. Ja alles geht einmal zu Ende denke ich, noch 2 Kurven dann kommt der Tunnel! Von wegen, dass schien nur so. Die Enttäuschung war richtig hart. Später erfahre ich von Rolf Petuelli und anderen, ihnen ging es genauso!

Weiter vorne an so einer richtigen Rampe schiebt wieder einer, ich traue meinen Augen nicht, dass ist Sportfreund Karl-Heinz Schmitt aus Überhernn. Ein absoluter Vielfahrer, 30.000 km im Jahr betrachtet er als ganz normal! Junge jetzt die Zähne zusammenbeissen, an ihm vorbei fahren, lässig Hallo wie geht es Dir sagen, und erst nach der nächsten Kurve wieder absteigen. Soll nicht sehen, dass auch du am schieben bist!!! Wie oft abgestiegen, 30 mal oder wie oft, keine Ahnung. Das Aufsteigen, ein Schauspiel, irgendwann Präzissionsarbeit, nur die Schmerzen so gering wie möglich halten!

“HURRA” ich sehe das Tunnelloch. Vor der letzten Kurve schiebt mein Freund Peter in Begleitung seiner Gattin. Völlig fertig der arme Kerl, kann mir nicht mehr folgen. Vor dem Tunnel, zwei Anschieber, Mann hat der eine Kraft, hab des Empfinden eine Rakete wird gezündet! Endlich der Tunnel, ganz schön kühl, tut mir aber erstaunlicherweise gut. Kann sogar einige Gänge höher schalten, fahre mit ansehnlichem Tempo, aber immer nur stehend, die letzten Kilometer bis zur Zeitkontrolle auf der Passhöhe diese vermaledeiten “TIMMELSJOCHS”. An der Zeitkontrolle ist alles ruhig, denke schon die haben abgebaut und die hast es wieder nicht geschafft. Der Offizielle von der “ausgeträumt”! Kurve lacht mir zu. “Siehste ich habe es doch geschafft”! rufe ich ihm zu. Windjacke an, lange Hose an, ab in`s Tal. Den Hubel an der Zollstation im stehen fahrend genommen. Bergab laufen laßent, aber mit dem Gedanken, Junge jetzt nicht noch einen Abflug bauen!

Da, Sölden, in der Dämmerung fahre ich erschöpft aber glücklich in den Ort ein!

Natürlich gleich mein “Mäuschen” angerufen. Sie ganz freudig: “Und hast Du es geschafft”!? Ja, durchgekommen bin ich, aber ob ich in der Wertung bin weiss ich nicht. Erst mal Stille, die Entäuschung war ihr anzumerken. Geduscht, in der Pizzeria gut gefuttert, zwei Gläschen Rosé getrunken und dann zur Halle. Zwiespältiges Gefühl als mir die vielen Sportler mit ihrer Urkunde in der Hand entgegen kamen.

Im Hallenflur die riesen Liste mit den Namen der “FINISHER” an der Wand. Rolf und Hilmar erkennen wohl meine Zweifel und rufen mir zu:                                                                                                                                                                                                   Hans da stehste, hast noch einige hinter Dir gelassen”!

Überglücklich gratuliere ich den Beiden, muss dann aber erfahren, dass Hilmar den Unfall am Brenner hatte!

Wie nicht anders zu erwarten hat Rolf eine Spitzenzeit gefahren, 9:40 Stunden. Damit ist er meines Wissens der Schnellste aller Trierer BDR - Mitglieder!!!

               “Herzliche Gratulation” zu dieser überragenden Leistung!!!

 

Ötztal - Radmarathon